Im Ruhestand: FRIEDBERT GABRIEL, Maschinenbau-Meister
Von 1.9.1982 bis 30.5.2018 bei REISCH
Handwerker mit Leidenschaft
Eigentlich sollte Friedbert nach der Hauptschule in die HTL gehen. Er hatte auch schon die Aufnahmeprüfung bestanden und einen Platz in der Tasche. Parallel lief da noch eine Bewerbung für einen Lehrplatz bei REISCH. Und prompt bekam er auch hier eine Zusage!
Die Entscheidung fiel ihm letztendlich leicht: Lieber arbeiten als nochmals fünf Jahre die Schulbank drücken! So startete seine Karriere bei REISCH anno 1982.
In der Berufsschule tat sich Friedbert dann dennoch sehr leicht. Nach der Gesellen- folgte bald die Meisterprüfung. In der Firma konnte Friedbert in sämtlichen Bereichen Hand anlegen und so alle Tätigkeiten des Unternehmens lernen. Seine Hauptaufgabe war das Drehen an einer großen Drehbank und später CNC-Drehen.
Geht nicht gibt’s nicht
Friedbert ist ein „Zupacker“ und daher kam ihm die REISCH-Philosophie, dass alles probiert wird und auch komplexe Projekte wünschenswerte Herausforderungen sind, sehr entgegen. „Das REISCH-Motto haben wir alle verinnerlicht. Wir würden nie von Vornherein sagen, das geht nicht, das ist unmöglich. Jeder von uns hat große Freude am Tüfteln, Neues auszuprobieren. Und auch wenn es mal fuchst: einen Kaffee trinken, eine Runde durch die Werkstatt drehen und Dampf ablassen. Dann wieder probieren. Und am Ende des Tages haben wir dann genau das Produkt entwickelt, das der Kunde brauchen kann!
Ein Team mit Verlass – damals und heute
„Walter Reisch war ein verlässlicher und korrekter Chef. Er hat immer auf uns geschaut. Und mit der Kerntruppe, als ich begonnen habe, hatte ich gleich eine super Zusammenarbeit. Auch mit den hinzukommenden Mitarbeitern klappte es immer gut. Klar, wir sind kein Hebammenverein, hier trägt niemand Samthandschuhe. Wir sind eine Werkstatt, da geht es schon mal sehr direkt und unsanft zu. Aber wir sind immer ehrlich und reden miteinander. Es gibt kein Hintenherum!“ Auch die Zusammenarbeit mit Arno Reisch hat super gepasst für ihn. „Man kennt die Familie Reisch. Der Umgang mit allen war und ist immer sehr respektvoll und menschlich. Arno kenne ich schon seit klein auf.“
Gute Fachkräfte sind gesucht
Es ist heute für viele Branchen schwierig, Fachkräfte zu finden. Auch einen Nachfolger zu finden, der Friedberts Tätigkeiten kompetent übernehmen kann, gestaltet sich als Herausforderung. Friedbert sieht das Problem im generellen Image des Handwerks: „Jeder will saubere Hände haben und am Computer arbeiten. Niemand möchte seine Hände mehr in eine Ölwanne tauchen.“
Sein Appell an die Jugend: „Wir mussten noch mit unseren Händen arbeiten. Ich habe das Drehen von der Pike auf gelernt. Die Jungen verlassen sich zu sehr auf die Technologie. Ich denke, dass so der Hausverstand verloren geht. Vergisst nicht, selbst zu denken, selbst anzupacken!“
Schöne Erinnerungen
Ein eindrückliches Erlebnis für Friedbert war ein einmonatiger Seilbahnmontage-Einsatz auf Madeira. Was aber viel mehr in Erinnerung bleibt, sind die alltäglichen Dinge, die vielen schönen Stunden mit seinen Kumpels. Stolz darauf zu sein, wenn man seine Arbeit gut gemacht hat, wenn es funktionierte, man erfolgreich war. Die gute Zusammenarbeit. Jeden Tag gerne zur Arbeit gehen. Das zählt für Friedbert mehr als alle Höhepunkte. „Über 30 Jahre lang bin ich jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen. Ich würde auch jetzt noch liebend gerne weiterarbeiten. Leider ist es mir aufgrund meiner Krankheit nicht möglich.“ Friedbert musste seine Arbeit bei REISCH vorzeitig beenden. Er ist seit Ende Mai dieses Jahres aufgrund einer Krankheit in Berufsunfähigkeitspension.
Zukunftspläne
Friedberts Eltern haben eine Landwirtschaft, wo er mitarbeitet. Da kann er selbst einteilen, wie viel er macht, je nachdem, wie es ihm geht. „Das Wichtigste für mich ist jetzt, dass ich auf mich schaue. Wenn es mir gut geht, dann geht es auch meiner Familie gut.“ Um Kraft zu tanken verbringt er viel Zeit draußen, auch bei Spaziergängen im Wald.
Sein Talent und seine Leidenschaft für die Technik hat er weitergegeben: „Ich habe meine Töchter angesteckt – die Ältere macht eine Lehre in der Kunststofftechnik, die Jüngere sogar im Maschinenbau. Sie haben mein technisches Verständnis und das Zupacken geerbt. Mein Sohn geht derzeit noch in die Schule. Er war letzthin im Rahmen des Schaffar-Tages bei REISCH. Wie ich war auch er begeistert von der Firma und vom Maschinenbau.“

